Global Water – Wissenswertes über Wasser

Global Water – Wissenswertes über Wasser

Karte des Lärms

Man mag es kaum glauben, aber unter Wasser ist die Hölle los. Fische, Delfine, Wale, Haie – sie alle leiden im Mitteleer stellenweise unter einem schrecklichen Krach. Das fanden Wissenschaftler heraus, die nun eine Landkarte der Lärm-Hotspots im Mittelmeer erstellt haben. Speziell die Suche nach Öl- und Gasvorkommen mittels Schallkanonen sei ein großes Problem. Die Geräusche seien um vieles lauter als ein startender Düsenjet. Die Fische hören und spüren den Lärm. Etwa 1500 Handelsschiffe sind zudem ständig im Mittelmeer unterwegs und verursachen eine zusätzliche ständige Lärmbelästigung der Meeresbewohner. Wie bei Menschen führt beständiger Lärm zu Stress und Krankheit. Delfine und Wale sind in der Orientierung auf ihr Gehör angewiesen, sie leiden besonders unter dem Krach. Viele Strandungen von Schnabelwalen im Mittelmeer könnten auf Schädigungen des Hörsinns der Meeressäuger zurückzuführen sein, so die Wissenschaftler. Der Bericht im Auftrag des „Abkommens zum Schutz von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer“ hat die Lärmquellen von 2005 bis 2015 erfasst. Dafür wurden Daten von 830 seismischen Explorationsgebieten, 228 Ölplattformen, 1446 Häfen, sieben Millionen Schiffspositionen, 52 Windfarmprojekten und offiziell zugängliche Angaben zu militärischen Aktivitäten ausgewertet. Lärmkarten sind wichtig für die Erfassung der Belastungsstärke und die mögliche Entlastung der Meerestiere in den entsprechenden Regionen. Für den Bau von Windkraftanlagen in der Nordsee gilt in deutschen Gewässern bereits eine Schallenergie-Höchstgrenze. Weitere Karten, auch für Nord- und Ostsee, sind geplant.

Wenig Wasser, wenig Hoffnung

2015 hatten unfassbare 663 Millionen Menschen auf unserem Planeten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 1,8 Milliarden Menschen trinken heute wahrscheinlich Wasser, das von Bakterien und Fäkalien verunreinigt und gesundheitsbedrohend ist. Die Resource Wasser wird zudem nach wie vor zu oft verschwendet und ist stark durch den Klimawandel gefährdet. So die traurige Bilanz von UNICEF und dem Roten Kreuz am 22. März diesen Jahres – Weltwassertag.
Die Verunreinigung des Wassers entsteht hauptsächlich durch mangelnde Hygiene. 2,4 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberen Sanitäranlagen, etwa eine Milliarde davon ist gezwungen, sich im Freien zu erleichtern. Die Folge sind verunreinigte Wasserquellen. Bis 2050 werden mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die dadurch nötige Produktion von zusätzlichen Lebensmitteln wird eine weitere Verschärfung des Wasser-Notstandes verursachen. Auch die Industrienationen müssen ihren Verbrauch reduzieren. Der Großteil (ca. 90 %!) unseres täglichen Wasserverbrauchs geht auf die Produktion unserer Lebensmittel zurück, dabei schlägt der Fleischkonsum besonders negativ zu buche.

Zu viel Wasser, was tun?

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) bestätigt eine traurige Prognose. Der Meeresspiegel wird bei einem beständig hohen Treibgasausstoß weiter extrem ansteigen. Für die Küsten und flache Regionen ist das eine starke Bedrohung.
Geoingenieure haben nun die Idee, das Wasser aus dem Meer einfach auf die Antarktis zu pumpen, wo es gefrieren und so gebunden würde. Klingt einleuchtend einfach, ist es aber natürlich nicht. Wissenschaftler, die diesen Vorschlag ernsthaft geprüft haben, kamen zu dem Ergebnis, dass der Aufwand und die Kosten immens wären. Zudem könnte die Bildung von zusätzlichem Eis in der Antarktis sogar zu einem erneuten Anstieg des Meeresspiegels führen. Laut Studie ist das Aufhalten des Spiegelanstiegs mittels Eisbildung ein „kaum vorstellbarer technischer Ansatz“. Zudem würde diese technische Lösung das Problem lediglich verzögern und für zukünftige Generationen eine zusätzliche Belastung bedeuten. Eine schnelle, effiziente Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes ist nach wie vor unumgänglich, soll der Mensch den Anstieg des Meeresspiegels zukünftig händeln können. Zusätzlich werden hohe Investitionen in den Küstenschutz und den Bau von Dämmen notwendig sein. Wie die Stadt Venedig, die nur einen Meter über dem Meeresspiegel liegt mit dem steigenden Wasser weiterhin existieren kann, bleibt fraglich. Das Projekt MOSE soll helfen. Acht bewegliche Barrieren sollen bei Hochwasser die drei Eingänge der Lagune dicht machen. Man hofft, das 2003 begonnene Projekt 2017 fertigstellen zu können. Kosten: Etwa 6 Milliarden Euro.

Tauch-Tier des Jahres

Ja, ab und an wundert sich der Laie, was es so für putzige Tierarten gibt. Die Wasserspitzmaus ist von der schweizerischen Naturschutzorganisation Pro Natura zum Tier des Jahres 2016 gekürt worden. Verdient hat das kleine Nagetier diese Auszeichnung allemal, ist es doch ein durchaus ungewöhnlich ausgestattetes Säugetier. Es lebt nämlich gleichermaßen im Wasser und auf dem Festland – ein Amphibien-Tier quasi. In einer kleinen Höhle am Ufer betreut die Wasserspitzmaus ihre Jungen und jagt ihnen das Insekten-Mahl aus dem Bach. Ihr spezielles Fell lässt Luftbläschen sich darin verfangen, so dass es wasserabweisend wird. Die Füßchen sind beeindruckende Flossen-Paddel und der Schwanz dient sowohl als Steuerruder als auch als Antriebsmittel. Diese optimale Anpassung an die Umwelt macht die Maus zu einem besonderen Lebewesen, das in Feuchtgebieten aller Art zuhause ist, ob Bach, Moor oder Tümpel. Sie lebt nur an Gewässern mit hoher Wasserqualität. Gerade diese Gewässer sind aber vom Verschwinden bedroht. Hoffen wir, dass die kleine Maus als sympathische Botschafterin der Feuchtgebiete Erfolg hat.

Fotocredits: giampaolomascalzoni.it, wildoceanfilm.com, prisma-dalton
Text: Mag. Nina Schöneweiss


zur Übersicht
Themen
Produkte